Die Stromstoßschaltung


Die Stromstoßschaltung ist eine Installationsschaltung, die immer dann angewendet wird, wenn ein Verbraucher von mehreren Schaltstellen aus geschaltet werden soll.

Zur Installation benötigt man für jede Schaltstelle einen Taster. Außerdem braucht man ein sogenanntes „Stromstoßrelais“ und mindestens einen Verbraucher. Mit jedem Taster kann der Verbraucher dann beliebig ein- und ausgeschaltet werden.

Das Stromsoßrelais

Um eine Stromstoßschaltung verstehen zu können, sollte man sich zunächst die Funktion eines Stromstoßrelais vor Augen führen. Dieses Relais besteht aus einem Elektromagneten (Spule+magnetischem Eisenkern) und einem oder mehreren Schaltkontakten, die von diesem Elektromagnet geschaltet werden. Die Anschlüsse des Elektromagneten heißen A1 und A2, die Schaltkontakte sind häufig einfach durchnummeriert. Dabei können die Schaltkontakte entweder als Schließer-, Öffner- oder als Wechselkontakte ausgeführt sein. Fließt ein Strom durch den Elektromagneten, dann werden die Kontakte durch seine magnetische Anziehung geschaltet und verbleiben anschließend in ihrem Schaltzustand, auch wenn kein Strom mehr fließt. Ein erneutes Schalten der Kontakte erfolgt erst, wenn der Stromfluss einmal unterbrochen war und ein neuer „Stromstoß“, also ein kurzzeitig fließender Strom, auftritt.

Aufbau einer Stromstoßschaltung

Für die Installation einer Stromstoßschaltung führt man zunächst den Außenleiter zu allen Tastern. Der „Tasterdraht“ wird dann zum Stromstoßrelais geführt, sodass alle angeschlossenen Taster parallelgeschaltet sind. Mit jedem Tasterdruck fließt also nur so lange ein Strom zum Stromstoßrelais, wie der Taster gedrückt wird, also für wenige Augenblicke. Dieses Umschalten von „kein Strom fließt“ zu „Strom fließt“ durch den Taster bezeichnet man als „Stromstoß“. Wie oben beschrieben, werden mit jedem Stromstoß die Kontakte des Stromstoßrelais geschaltet.

Nicht die Taster schalten den Verbraucher sondern das Stromstoßrelais

Diese Kontakte schalten jetzt den Verbraucher. Dazu schließt man an die eine Seite des Kontakts (die mit der kleineren Ziffer) den Außenleiter an und führt die andere Seite zum Verbraucher. An den Verbraucher muss abschließend nur noch der Neutralleiter angeschlossen werden, um den Stromkreis zu schließen und die Stromstoßschaltung funktioniert.

Außerdem muss zum „Schutz gegen den elektrischen Schlag“ zu jedem Betriebsmittel (Taster, Stromstoßrelais und Verbraucher) der Schutzleiter mitgeführt werden. Der Anschluss richtet sich nach der Schutzklasse des Betriebsmittels.

Zusammenfassend betrachtet ergeben sich bei der Stromstoßschaltung zwei voneinander getrennte elektrische Stromkreise. Ein „Steuerstromkreis“ bestehend aus der Spannungsquelle, dem Taster und dem Elektromagneten und ein „Laststromkreis“ bestehend aus der Spannungsquelle, dem Stromstoßkontakt und dem Verbraucher. Beide Stromkreise sind nur durch die magnetische Wirkung des Elektromagneten miteinander verbunden. Man sagt Steuer- und Laststromkreis sind voneinander „galvanisch getrennt“, also nichtleitend miteinander gekoppelt.

Da Stromstoßschaltungen für Installationen mit vielen Schaltstellen angewendet werden, beispielsweise für die Beleuchtung in einem Treppenhaus, verwendet man häufig beleuchtete Taster, damit diese leichter zu erkennen sind. Die Glimmlampe im Taster wird dann einfach parallel zum Tasterkontakt geschaltet und liegt damit in Reihe zum Elektromagneten. Dabei ist die Stromaufnahme bei unbetätigtem Taster groß genug damit die Glimmlampe leuchtet, aber zu klein damit der Elektromagnet im Stromstoßrelais schaltet. Durch den Tasterdruck wird die Glimmlampe überbrückt und erlischt für diese Zeit.

Bei Steuerstromkreisen mit kleineren Spannungen verwendet man statt den Glimmlampen LEDs zur Beleuchtung der Taster.

Im ersten Video zeige ich dir noch einmal Schritt für Schritt, wie die Stromstoßschaltung im Installationsplan, im Übersichtsplan und im Stromlaufplan gezeichnet wird.

Im zweiten Video zeige ich dir, wie man eine Stromstoßschaltung verdrahtet.

Michael Bauhaus

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