Verlegearten in Wohngebäuden


In Wohngebäuden unterscheidet man in der Regel zwischen vier Möglichkeiten zur Verlegung der elektrischen Leitungen

1. Verlegen der Leitungen „Unterputz“

Bei der Unterputz-Verlegung werden die elektrischen Leitungen in herausgefrästen Mauerschlitzen unterhalb der Putzschicht verlegt.

Die Mauerschlitze werden zunächst mit einer „Mauernutfräse“ oder mit einem Winkelschleifer und einem Stemmhammer ins Mauerwerk eingebracht. Anschließend wird die Leitung bündig mit der unverputzten Mauer eingebracht und mit Nagelschellen oder Gipsbrücken fixiert. Aderleitungen werden durch ein flexibles Installationsrohr vor mechanischer Beschädigung geschützt. Bei langen Aderleitungen oder mehreren Bögen müssen zusätzliche Zugdosen eingesetzt werden, um die Aderleitung im Nachhinein problemlos durch das Rohr ziehen zu können.

2. Verlegen von Leitungen „Imputz“

Bei der Imputz-Verlegung werden Flachleitungen (Stegleitungen) in der Putzschicht auf dem Mauerwerk verlegt. Die Leitung wird zunächst entweder mit einem Stahlnagel mit Kunststoffunterlegscheibe fixiert oder auf staubfreien Unterlagen geklebt. Nach der Verlegung verschwindet die extra flache Leitung nicht sichtbar in der Putzschicht. Die Putzschicht muss die Leitung vollständig bedeckten. Sie dient neben der mechanischen Fixierung auch der Wärmeabgabe durch den elektrischen Strom. Flachleitungen dürfen nur in trockenen Räumen und auf nicht brennbaren Unterlagen verlegt werden, was Holz bspw. ausschließt.

Der Vorteil dieser Leitungsverlegung liegt in dem Einsparen der Mauerschlitze. Nachteilig ist die mechanisch anfällige Verlegung (besonders auf Zugkräfte) innerhalb der Putzschicht zu nennen.

3. Verlegen von Leitungen „Aufputz“

Bei der Aufputz-Verlegung wird die Leitung entweder direkt mit Nagelschellen oder geschützt durch Kunststoff-Montagehilfsrohren auf der Wand verlegt und in Abzweigdosen verdrahtet. Auch die Betriebsmittel wie Schalter und Steckdosen werden auf der Wand angebracht. Da die Leitungsführung anschließend zu sehen ist, sollte die Ausführung optisch besonders ansprechend durchgeführt werden.

4. Verlegen von Leitungen „Überputz“

Bei der Überputz-Verlegung wird die Leitung nicht direkt, sondern mit Abstandsschellen auf der Wand verlegt, damit sich in feuchten oder nassen Räumen kein Stauwasser zwischen Wand und Leitung bilden kann. Die Feuchtigkeit könnte in die Leitung eindringen und zu Isolationsfehlern führen.

Eine Zusammenfassung aller Verlegearten findest du in dem nachfolgenden Video:

Michael Bauhaus

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